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27.11.2013

Chancengleichheit und Wahrung der eigenen Identität - das Roma Fachkollegium stellt sich an der AUB vor

Im Rahmen der Ringvorlesung „Wettbewerbsfähigkeit und Bildung“ stellte sich am 26.11.2013 das Roma Fachkollegium an der Andrássy Universität Budapest (AUB) vor. Fachkollegien in Ungarn zeichnen sich dadurch aus, dass sie Bildungseinrichtungen sowie Studentenwohnheime gleichzeitig unter einem Dach vereinen und die Idee verfolgen, besonders engagierten und leistungsstarken Studierenden neben der Universität eine Plattform zur individuellen Weiterbildung und Förderung zu bieten. Innerhalb dieser, im internationalen Vergleich für Ungarn spezifischen Bildungsmaßnahme nimmt das 2011 gegründete Roma-Fachkollegium eine besondere Rolle ein: Mit der klaren Zielsetzung, die Chancengleichheit von Studierenden, die aus der Minderheit der Roma stammen voranzutreiben und gleichzeitig deren Bekenntnis zu ihrer Identität im späteren Berufsleben zu wahren, möchte diese Institution ihre Studenten durch fachliche und finanzielle Förderung wettbewerbsfähig für deren berufliche und gesellschaftliche Zukunft machen.
Die Anfänge des Roma-Fachkollegiums gehen auf ein informelles Netzwerk von Studierenden aus verschiedenen ungarischen Städten zurück, die sich monatlich zum Gedankenaustausch und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls zusammengefunden haben. Initiator und Gründer ist der heutige Rektor des Roma-Fachkollegiums István Antal, der dieses Netzwerk ins Leben gerufen hat und die darauf folgende Institutionalisierung dieser Einrichtung entscheidend geprägt hat.
Um den gesellschaftlichen Bedürfnissen der Zielgruppe gerecht zu werden und die eigene Kultur und Identität zu wahren, wurde die Formalisierung der Einrichtung vorangetrieben. Mit dem Jesuitenorden wurde ein erster Kooperationspartner gefunden, unter dessen Trägerschaft das Roma Fachkollegium Budapest im Jahr 2011 gegründet wurde. Die christliche Institution beteiligt sich dabei nicht nur in Form von materieller Unterstützung, sondern bildet mit spirituellen Inhalten eine zentrale Säule innerhalb der inhaltlichen Struktur des Fachkollegiums.
Neben der spirituellen Ausrichtung ist die fachliche Struktur auf die beiden weiteren Bereiche der Bekenntnis und Wahrung einer doppelten Identität der Studierenden, sowie der allgemeinen Bildung ausgerichtet. Im letzteren Bereich wird auf Interdisziplinarität und den Dialog zwischen Disziplinen Wert gelegt. So leben neben Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftlern auch Studenten der Medizin, Musik und Kunst, sowie beinahe aller anderen Disziplinen miteinander im Roma-Fachkollegium.
Das Roma-Fachkollegium in Budapest ist eines von derzeit 4, in naher Zukunft sogar 5 Einrichtungen dieser Art in ganz Ungarn. Deren Gründung gingen viel Planung und zahlreiche intensive Gespräche zwischen den Initiatoren und den Vertretern des Ministeriums für Humanressourcen und soziale Inklusion voran. Errichtet wurde das Roma-Fachkollegium nach den rechtlichen Rahmenbedingungen, die die Anforderungen an ein ungarisches Fachkollegium definieren. Die Gestaltung der Zusammenarbeit mit der Kirche ist ebenfalls rechtlich verankert und in einer Linie mit der nationalen Roma-Strategie.
Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen stellt der ungarische Staat auch einen zentralen Förderer dieses Netzwerks dar. So wurden in der Förderperiode 2011/2012 insgesamt HUF 110 Mio. für diese 4 Einrichtungen aufgewendet. Das Budapester Fachkolleg kann auf 103 unterstützte Studenten innerhalb des Schuljahres 2011/2012 zurückblicken. Insbesondere die Tatsache, dass nach offiziellen Zahlen des ungarischen Zensus lediglich 2800 Personen und somit nur 0,8% aller Bürgerinnen und Bürger mit Roma-Hintergrund in Ungarn über einen Hochschulabschluss verfügen, lässt dieser zunächst quantitativ gering wirkenden Zahl eine große Bedeutung zukommen.
Die Tätigkeit des Roma-Fachkollegiums und dessen finanzielle und fachliche Unterstützung von Studierenden aus der Roma-Bevölkerung ist also eine wichtige Maßnahme zur Steigerung der Chancen und der Wettbewerbsfähigkeit von Studierenden aus der Roma-Minderheit. Aber auch der Dialog und die zahlreichen gemeinsamen Aktivitäten bieten eine soziale Plattform, die zur Wahrung und zur Bekenntnis der eigenen Identität innerhalb des gesellschaftlichen Lebens, sowohl im universitären als auch später im beruflichen Umfeld beitragen soll.
 
Mezö Anita, Horváth Erika Izabelle, Förster Kristina
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