|
|
||
|
03.11.2015
Deutschland in Europa - Was kommt auf uns zu?Michael Stürmer, Chefkorrespondent der Tageszeitung "Die Welt", hielt am 2. November 2015 an der Andrássy Universität Budapest einen Vortrag zu aktuellen Herausforderungen der deutschen Politik. Dabei ging er auch der Frage nach, wie Deutschland seiner Verantwortung in Europa und gegenüber der Weltgemeinschaft nachkommt zeigte Perspektiven der Europäischen Union sowie der USA und Russlands auf.
Zu Beginn des Vortrags kritisierte Stürmer die Zurückhaltung Deutschlands in Bezug auf internationale Herausforderungen, wie beispielsweise in der Flüchtlingskrise, der Syrienkrise und dem Ukraine-Konflikt. Es sei die Aufgabe und Pflicht Deutschlands als stärkste Wirtschaftsmacht in der EU, in diesen Fragen gemeinsam mit Nachbarn wie Frankreich und Großbritannien Wegweiser zu sein und sich nicht von seiner historischen Last in die Knie zwingen zu lassen. Stürmer plädierte für ein größeres Engagement Deutschlands bei der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU, insbesondere im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Anschließend regte Stürmer Zweifel an der aktuellen Flüchtlingspolitik der Europäischen Union und Deutschlands und forderte ein kohärentes Auftreten der Mitgliedsstaaten, um eine effektive und zuverlässige Verteilung von Flüchtlingen gewährleisten zu können. Wenn dies nicht zeitnah geschehe, stehen Deutschland und Europa vor einer unlösbaren Aufgabe, die eine potentielle Gefahr für die innere und äußere Sicherheit Europas darstelle.
Abschließend erläuterte Michael Stürmer die aktuellen internationalen Ereignisse, in welche Russland involviert ist, wie beispielsweise die Syrienkrise, den Ukraine-Konflikt sowie die Neuorientierung der USA weg von Europa hin zum pazifischen Raum. Russland, so mahnte Stürmer, dürfe nicht unterschätzt werden: Obwohl die erlassenen Sanktionen der EU und der USA sowie der niedrige Ölpreis der russischen Wirtschaft massiv schaden würden, erhebe das Land geopolitische Ansprüche und habe sich durch das Engagement in Syrien im Kampf gegen den IS auf der internationalen Bühne zurückgemeldet. Die Neuorientierung der USA hin zum pazifischen Raum und zugleich die Abkehr von Europa verdeutliche das geopolitische Interesse der USA im 21. Jahrhundert. Europa müsse heute in der Lage sein, seine eigene Sicherheit zu gewährleisten, ohne sich auf die Hilfe der USA zu berufen. Stürmer forderte daher, dass Deutschland nicht nur Wegweiser in wirtschaftlichen Aspekten innerhalb der EU, sondern auch in Bezug auf die Außen- und Sicherheitspolitik der EU sein müsse. Schließlich sei es den Amerikanern nicht zu verübeln, wenn sie sich in einer geringeren Verantwortung gegenüber Europa sehen würden, da es den Europäern wichtiger sei, ausgeglichene Haushalte zu erreichen, als die eigene Sicherheit zu gewährleisten.
Text: Markus Ell |
Veranstaltungskalender
Nachrichten
Elhunyt Hazai György
11.01.2016
Trauer um György Hazai
11.01.2016
Feierliche Übergabe der
KAS-Stipendien
17.12.2015 |
|
| Andrássy Universität Budapest | Pollack Mihály tér 3. | H-1088 Budapest | +36 1 266 3101 | uni@andrassyuni.hu | old.andrassyuni.eu | ||
|
||