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24.09.2013
Josef Wetzl feiert Premiere in Ungarn: „Die Unterwelt der Gefühle“ ist zum ersten Mal in Budapest
Die Bilder Josef Wetzls sind die Verschmelzungen impressionistischer und expressionistischer Bildmittel. Sie sind originär und originell: Das pralle Leben mit der „faszinierenden Unbegreiflichkeit des Ursprünglichen“ steht im Fokus der Wetzl´schen camera obscura. In seinen Bildern erzählt Wetzl das eigene Leben nach dem Leitspruch von Terentius: „Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd“. Wetzls Bilderzählungen sind einfach und sie fesseln den Betrachter stets mit Szenen und Begegnungen. Die erstmalig in Ungarn ausgestellten Malereien entstammen aus den Erlebten Wetzls: an der blauen Donau, am stürmischen Balaton, auf Hochzeiten, beim Tanz, Konzert, Bordell und auf Beerdigungen. Wetzl denkt den Betrachter immer mit, den er zum Teil der Inszenierung werden lässt: Er teilt nur die Umrisse mit, um den Betrachter zu dem eigenen und geheimnisvollen (Durch)Blick zu verführen.
Josef Wetzl wurde 1930 im ungarndeutschen Dorf Magyarhertelend geboren. Als Jugendlicher erlebte er wie russische Soldaten sein Heimatdorf besetzten und seine Schwester verschleppten. Ein Jahr später, mit dem letzten Waggontransport verließ die Familie ihre Heimat und zog nach Sachsen. Zunächst hat der junge Wetzl als Bergmann und Schlosser gearbeitet. Die Leidenschaft für das Malen hat er mit Anfang 20 entdeckt, die ihn bis heute fesselt. Josef Wetzls Malerei ist farbig und lebendig, aber auch betrübt und provozierend, eine Art „épater le bourgeois“ eben. Sind der Lebensgier, all die Ausgelassenheit in Wetzls Bildern die Mittel, den Tod zu verdrängen? Für Wetzl „Ist das Leben nur ein Traum, der Tod wie ein Erwachen, ewige Frage, da kann man nichts machen.“
In Ungarn feierten seine Bilder am 23. September 2013 im Haus der Ungarndeutschen bei Beifallsjubel der zahlreich anwesenden Kunstinteressierten Prämiere. Mónika Ambach, die Direktorin von Zentrum und Melani Barlai von der Andrássy Universität/netPOL begrüßten die Gäste, die anschließend die einleitenden Worte Josef Wetzls per Videobotschaft in Empfang nahmen: „Meine Bilder sind wie Bücher, die man lesen kann und wenn ich mich mit einem Bild auseinandersetze, kann ich nichts Schöneres mitbekommen als die Schönheit und die Herrlichkeit des Lebens, aber auch auch die Traurigkeit“. Wetzl‘s Sohn, der jüngere Josef Wetzl brachte die Entstehungsgeschichte der Bilder mit und bat die Gäste: „Lesen Sie nicht nur die Titel, sondern auch die Inhalte der Bilder und lassen Sie sich etwas Zeit dabei – und das taten die Gäste.
2010, zum 80. Geburtstag des Künstlers wurden seine Arbeiten aus 55 Jahren erfasst und der „große Lebensrückblick“ mit dem Titel „Die Unterwelt der Gefühle“ in der Neuen Sächsischen Galerie in Chemnitz ausgestellt. Durch die Zusammenarbeit des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums, des Haus der Ungarndeutschen, des Ungarischen Kulturvereins Chemnitz, des Netzwerks Politische Kommunikation und der Andrássy Universität Budapest ist es gelungen, die „Unterwelt der Gefühle“ nun auch in Budapest zu erleben. Ein besonderer Dank gilt dem Chemnitzer Kulturverein, der die Finanzierung des Transports und der Versicherung der Bilder sicherstellte. Für 2014 ist es geplant, die Malerei von Josef Wetzl auch nach Pécs zu bringen.
Bis dahin darf man die Phantasien lockern lassen …
Info:
Die Ausstellung ist bis zum 11. Oktober 2013 im Haus der Ungarndeutschen zu besichtigen. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr.: 10-16 Uhr.
Haus der Ungarndeutschen
Lendvay Str. 22
1062 Budapest
Melani Barlai |
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