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27.02.2013
Konferenz zu Minderheiten in Ungarn und in den Nachbarländern im 20. und 21. JahrhundertBericht der Konferenz: Minderheiten in Ungarn und in den Nachbarländern im 20. und 21. Jahrhundert, 21. -22. Februar 2013
Nach der offiziellen Eröffnungsrede durch die Leiterin des Donau-Instituts der Andrássy Universität Budapest (AUB), Frau Prof. Dr. Ellen Bos, startete die Konferenz mit einem Panel, das sich theoretischen und rechtlichen Fragen des Minderheitenschutzes bzw. -rechts widmete.
Der erste Vortragende, Zoltán Kántor, referierte über die theoretischen und praktischen Schwierigkeiten einer Definition des Minderheitenbegriffes, er wies in dieser Hinsicht auf die Diskrepanz zwischen Wissenschaft und Politik hin und betonte, dass es immer zu berücksichtigen sei, wer und mit welchem Zweck die Definition formuliere. Ein grundsätzliches Problem ergibt sich daraus, dass es keine eindeutige Definition von Nation bzw. nationalen Minderheiten gibt. Auch die Theorie des Nationalismus hilft in diesem Punkt nicht weiter, da dies nur den Ursprung von Nationalismus erklärt, jedoch nicht eine einheitliche Definition von Nation vorgibt. Wünschenswert wäre also ein neuer Ansatz, der die soziale Transformation von Gesellschaften und die Tatsache, dass sich nicht jede Person mit einer Nation identifiziert bzw. die Identitäten sich auch ändern können, berücksichtigt.
Ein präziser Einstieg in die rechtlichen Fragen gelang Günther Rautz von der Europäischen Akademie Bozen und Christoph Schnellbach von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Beide führten das Zusammenspiel der relevanten internationalen Organisationen und deren wichtigste Dokumente vor Augen: der Europarat mit seiner Menschenrechts- und Minderheitenkonvention sowie seiner Konvention zum Gebrauch von Minderheitensprachen; die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und ihr Hoher Kommissar für nationale Minderheiten; schließlich die Europäische Union mit ihren Dokumenten bezüglich der Grundrechte europäischer Bürger.
Das Interesse des Publikums bezeugten, die zahlreichen Fragen und die rege Diskussion, die das Panel abschloss.
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