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23.05.2013
„Geschichte trennt, aber Geschichten schaffen Nähe“Bericht über die Lesung von Eginald Schlattner
Datum: 21. Mai 2013, 18.00 Uhr
Ort: Andrássy Saal, Andrássy Universität Budapest
Der bekannte siebenbürgisch-sächsische Autor Eginald Schlattner las am 21. Mai an der AUB aus seinem erfolgreichen Roman Rote Handschuhe. Das autobiographische Buch ist das umstrittenste Werk rumäniendeutscher Literatur und die erste Stellungnahme des Verfassers zum Schriftstellerprozess (1959), in dem er nach knapp zwei Jahren Untersuchungshaft als Zeuge auftrat. Im Prozess wurden fünf rumäniendeutsche Schriftsteller zu 95 Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt.
Nach der Eröffnung von Frau Prof. Dr. Ellen Bos, Leiterin des Donau-Instituts, grüßte auch die IFA-Managerin Doris Zakel die Anwesenden und übergab das Wort Frau Dr. Enikő Dácz, die die Moderation des Abends übernahm. Nach einer kurzen Vorstellung des literarischen Werdegangs sowie der seelensorgerischen Tätigkeit vonEginald Schlattner, las der Autor die Anfangsszenen des Romans und ein anekdotenhaftes Fragment vor. Dieses beschrieb, wie in die Gefängniszelle des Ich-Erzählers neue Gefangene gebracht wurden. Die Szene, die zugleich die siebenbürgische Gesellschaft der 50er Jahre vor Augen führte, bewies, dass das Buch trotz der düsteren Thematik und der Konfrontation des Ich-Erzählers mit seinen Entscheidungen, dank des ironischen Tons eine unterhaltsame Lektüre sein kann. Im Folgenden wurde über das gezeichnete Bild der interethnischen Beziehungen in Siebenbürgen sowie einige Identitätsfragen der wenigen, zurückgebliebenen Sachsen gesprochen. Schlattner diskutierte mit der Moderatorin auch über die Securitate, das Außenseiter-Dasein, das die Häftlinge nach ihrer Entlassung ertragen mussten, die Täter- und Opferrollen und den Begriff der Dokumentarliteratur. Das Publikum zeigte großes Interesse, indem es den Schriftsteller über seine Bücher, seine Tätigkeit als Gefängnispfarrer sowie die Beziehung zur Vergangenheit befragte. Anschließend konnten die Anwesenden bei einem Gleis Wein mit dem Autor direkt ins Gespräch kommen.
Die Lesung veranstaltete das Donau-Institut in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen und mit der Unterstützung der Autonomen Region Trentino-Südtirol.
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