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Erinnerungskultur in Mittel- und OsteuropaErinnerungskultur in Mittel- und OsteuropaNationalsozialismus und Kommunismus in Politik und LiteraturInternationale und interdisziplinäre Sommeruniversität in Budapest28. August – 5. September 2016 (inkl. An- und Abreise)
Andrássy Universität Budapest:
ELTE:
Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und des Kommunismus ist Gegenstand sowohl politischer Debatten als auch der Literatur. In der Politik steht dabei die Frage nach der politischen und juristischen Aufarbeitung der Verbrechen und nach angemessenen Formen des kollektiven Erinnerns im Zentrum, in der Literatur zumeist die Auseinandersetzung mit der individuellen Erfahrung der Diktatur bzw. der totalitären Herrschaft. Trotz des engen thematischen Bezugs erfolgt die Auseinandersetzung mit der Erinnerungspolitik und -kultur bislang in der Politik- und Literaturwissenschaft jedoch weitgehend getrennt.
Die internationale und interdisziplinäre Sommeruniversität in Budapest will die beiden Zugänge verbinden: Die Literaturwissenschaft analysiert die Verarbeitung persönlicher Erfahrungen in der Literatur, während die Politikwissenschaft die systematische Einordnung der individuellen Perspektive in die politischen Zusammenhänge ermöglicht. Die Verbindung von Literatur- und Politikwissenschaft erlaubt insbesondere eine bessere Auseinandersetzung mit der individuellen und der kollektiven Ebene der Erinnerung an Nationalsozialismus und Kommunismus in Mittel- und Osteuropa.
In Mittel- und Osteuropa spielt die Auseinandersetzung mit dem Leiden unter dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus und die Erinnerung an den Widerstand gegen die Diktaturen auf der kollektiven Ebene eine konstituierende Rolle für das Selbstverständnis der Nationen. Auf der individuellen Ebene hingegen werden Probleme wie das Verhalten einzelner gegenüber der jeweiligen herrschenden Partei, die Auseinandersetzung von Nachfahren mit der Schuld ihrer Vorfahren oder die Suche nach den Wurzeln der eigenen Identität thematisiert.
In Erinnerungspolitik und Erinnerungskultur lassen sich teilweise Vereinseitigungen der kollektiven und der individuellen Perspektive beobachten. In der Geschichtspolitik verschiedener mittel- und osteuropäischer Staaten wird die Erinnerung für die Herausbildung nationaler Identitäten unter Betonung der Abgrenzung von anderen Nationen oder von politischen Gegnern instrumentalisiert. Auf der anderen Seite gibt es in der Literatur konstruktivistische Positionen, die auf eine Auflösung aller Eindeutigkeiten zielen. Die narrativen Prozesse, auf denen kollektive Geschichtsbilder basieren, werden im Sinne des Geschichtenerzählens als bloße – je individuelle – Narrationen offengelegt, die keinen gemeinsamen (nationalen oder europäischen) Blick auf die Vergangenheit ermöglichen.
Im Rahmen der Sommeruniversität sollen die Auseinandersetzungen mit der Vergangenheit und der Erinnerung in Politik- und Literaturwissenschaft zusammengeführt werden, um eine Verbindung zwischen der individuellen, persönlichen und der kollektiven Ebene des Erinnerns herzustellen. Dabei geht es auch um die Frage, ob es vor dem Hintergrund vielgestaltiger kollektiver und individueller Zugänge eine gemeinsame europäische Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und des Kommunismus geben kann.
Die Sommeruniversität wird in deutscher Sprache von der Andrássy Universität Budapest und dem Germanistischen Institut der Eötvös Loránd Universität (ELTE Budapest) durchgeführt. Sie richtet sich an Bachelor- und Master-Studierende aus deutschsprachigen Ländern, Mittelosteuropa, Südosteuropa, Osteuropa und den GUS-Staaten.
Thematisch gliedert sich die Sommeruniversität in drei Teile, in denen jeweils zwei oder drei Referenten über einen Zeitraum von zwei Tagen Vorträge und Seminarsitzungen anbieten:
Jeder Teil wird von Impulsvorträgen (jeweils ca. 20-30 min) der Referenten eröffnet. Die Teilnehmer arbeiten danach parallel in Seminarsitzungen in kleineren Gruppen (8-15 Teilnehmer) mit je einem der Referenten zusammen. Abschließend werden die Ergebnisse jedes Teils in einer Podiumsdiskussion im Plenum zusammengetragen und ausgewertet.
An drei Nachmittagen und am letzten Tag werden Ausflüge zu Budapester Gedenkstätten (Holocaust-Memorial, Haus des Terrors, Memento Park) und eine „erinnerungskulturelle Stadtführung“ organisiert. Drei Abendveranstaltungen mit Lesungen und Zeitzeugengesprächen ergänzen das Programm.
(Weitere Informationen zum Programm, Bewerbung und Teilnahmegebühren folgen bis Ende Januar)
Für das Bewerbungsverfahren müssen die Teilnehmer folgende Unterlagen einreichen:
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Veranstaltungskalender
Nachrichten
Elhunyt Hazai György
11.01.2016
Trauer um György Hazai
11.01.2016
Feierliche Übergabe der
KAS-Stipendien
17.12.2015 |
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| Andrássy Universität Budapest | Pollack Mihály tér 3. | H-1088 Budapest | +36 1 266 3101 | uni@andrassyuni.hu | old.andrassyuni.eu | ||||||||
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