Aktuelles
Universität
Für Studierende
Für Studieninteressierte
Studienangebote Studienberatung Bewerbung Sommeruniversitäten Erinnerungskultur in Mittel- und Osteuropa Donauraum im Fokus – Flüchtlingskrise und Migration Aufenthalt in Ungarn / Visafragen Imagefilm Finanzierung und Stipendien
Forschung
Bibliothek
Stellenangebote
Kontakt
 
ETN-Elektronisches Studienverwaltungssytem
 
 
 
Unterstützen Sie die Tätigkeit des 
AUB-Alumni-Vereins!

 

Erinnerungskultur in Mittel- und Osteuropa

Erinnerungskultur in Mittel- und Osteuropa

Nationalsozialismus und Kommunismus in Politik und Literatur

Internationale und interdisziplinäre Sommeruniversität in Budapest

28. August – 5. September 2016 (inkl. An- und Abreise)

 
 
1. Veranstalter
 
Prof. Dr. Hendrik Hansen
 
Dipl.-Kulturw. Tim Kraski
 
Andrássy Universität Budapest
Pollack Mihály ter 3
1088 Budapest
Ungarn
Dr. Verena Vortisch
 
Eötvös Loránd Tudományegyetem (ELTE)
Rákóczi út 5
1088 Budapest
Ungarn
 
 
2. Partner
 
3. Kontakt
 
Andrássy Universität Budapest:
  • Prof. Dr. Hendrik Hansen: hendrik.hansen@andrassyuni.hu
  • Dipl.-Kulturw. Tim Kraski: tim.kraski@andrassyuni.hu
ELTE:
  • Dr. Verena Vortisch, DAAD-Lektorin: verena.vortisch@btk.elte.hu
 
4. Konzept
 
Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und des Kommunismus ist Gegen­­stand sowohl politischer Debatten als auch der Literatur. In der Politik steht dabei die Frage nach der politischen und juristischen Aufarbeitung der Verbrechen und nach angemessenen Formen des kollektiven Erinnerns im Zentrum, in der Literatur zumeist die Auseinandersetzung mit der individuellen Erfahrung der Diktatur bzw. der totalitären Herrschaft. Trotz des engen thematischen Bezugs erfolgt die Auseinandersetzung mit der Erinnerungspolitik und -kultur bislang in der Politik- und Literaturwissenschaft jedoch weitgehend getrennt.
 
Die internationale und interdisziplinäre Sommeruniversität in Budapest will die beiden Zugänge verbinden: Die Literaturwissenschaft analysiert die Verarbeitung persönlicher Erfahrungen in der Literatur, während die Politikwissenschaft die systematische Einordnung der individuellen Perspektive in die politischen Zusammenhänge ermöglicht. Die Verbindung von Literatur- und Politikwissenschaft erlaubt insbesondere eine bessere Auseinandersetzung mit der individuellen und der kollektiven Ebene der Erinnerung an Nationalsozialismus und Kommunismus in Mittel- und Osteuropa.
 
In Mittel- und Osteuropa spielt die Aus­ein­ander­setzung mit dem Leiden unter dem Nationalsozialismus und dem Kommunis­mus und die Erinnerung an den Widerstand gegen die Diktaturen auf der kollektiven Ebene eine konsti­tuierende Rolle für das Selbstverständnis der Nationen. Auf der individuellen Ebene hingegen werden Probleme wie das Verhalten einzelner gegenüber der jeweiligen herrschenden Partei, die Auseinandersetzung von Nachfahren mit der Schuld ihrer Vorfahren oder die Suche nach den Wurzeln der eigenen Identität thematisiert.
 
In Erinnerungspolitik und Erinnerungskultur lassen sich teilweise Vereinseitigungen der kollektiven und der individuellen Perspektive beobachten. In der Geschichtspolitik verschiedener mittel- und osteuropäischer Staaten wird die Erinnerung für die Herausbildung nationaler Identitäten unter Betonung der Abgrenzung von anderen Nationen oder von politischen Gegnern instrumentalisiert. Auf der anderen Seite gibt es in der Literatur konstruktivistische Positionen, die auf eine Auflösung aller Eindeutigkeiten zielen. Die narrativen Prozesse, auf denen kollektive Geschichtsbilder basieren, werden im Sinne des Geschichtenerzählens als bloße – je individuelle – Narrationen offengelegt, die keinen gemeinsamen (nationalen oder europäischen) Blick auf die Vergangenheit ermöglichen.
 
Im Rahmen der Sommeruniversität sollen die Auseinandersetzungen mit der Vergangenheit und der Erinnerung in Politik- und Literaturwissenschaft zusammengeführt werden, um eine Verbindung zwischen der individuellen, persönlichen und der kollektiven Ebene des Erinnerns herzustellen. Dabei geht es auch um die Frage, ob es vor dem Hintergrund vielgestaltiger kollektiver und individueller Zugänge eine gemeinsame europäische Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und des Kommunismus geben kann.
Die Sommeruniversität wird in deutscher Sprache von der Andrássy Universität Budapest und dem Germanistischen Institut der Eötvös Loránd Universität (ELTE Buda­pest) durchgeführt. Sie richtet sich an Bachelor- und Master-Studierende aus deutsch­sprachigen Ländern, Mittelosteuropa, Südosteuropa, Osteuropa und den GUS-Staaten.
 
Thematisch gliedert sich die Sommeruniversität in drei Teile, in denen jeweils zwei oder drei Referenten über einen Zeitraum von zwei Tagen Vorträge und Seminarsitzungen anbieten:
  • Gegenstand der Erinnerungskultur: Wie werden nationalsozialistische und kommunistische Diktaturerfahrung in Politik und Literatur thematisiert? Welches Bild wird vom Widerstand gegen die Diktaturen gezeichnet?
  • Nationales Erinnern: Welche Besonderheiten weist die Erinnerung an die nationalsozialistische und die kommunistische Vergangenheit in der Politik und in der Literatur in Polen, Tschechien und Ungarn auf?
  • Transnationales Erinnern: Welche Möglichkeiten sind denkbar, in der Ausein­andersetzung mit der Vergangenheit zu einer europäischen Erinnerungs­kultur zu kommen? Welche Ansätze gibt es, um den Konflikt zwischen indivi­du­el­len und kollektiven Zugängen zur Erinnerungskultur zu überwinden?
Jeder Teil wird von Impulsvorträgen (jeweils ca. 20-30 min) der Referenten eröffnet. Die Teilnehmer arbeiten danach parallel in Seminarsitzungen in kleineren Gruppen (8-15 Teilneh­mer) mit je einem der Referenten zusammen. Abschließend werden die Ergebnisse jedes Teils in einer Podiumsdiskussion im Plenum zusammengetragen und ausgewertet.
 
An drei Nachmittagen und am letzten Tag werden Ausflüge zu Budapester Gedenkstätten (Holo­caust-Memorial, Haus des Terrors, Memento Park) und eine „erinnerungskulturelle Stadt­führung“ organisiert. Drei Abendveranstaltungen mit Lesungen und Zeitzeugen­gesprächen ergän­zen das Programm.
 
 
5. Bewerbung
 
(Weitere Informationen zum Programm, Bewerbung und Teilnahmegebühren folgen bis Ende Januar)
 
Für das Bewerbungsverfahren müssen die Teilnehmer folgende Unterlagen einreichen:
  • Motivationsschreiben (mit Erläuterung, welche Erwartungen sie mit der Teilnahme an der Sommeruniversität verbinden und wie sich die Teilnahme in ihre Studienplanung einfügt),
  • Lebenslauf,
  • Zweiseitigen Essay, der in engem Zusammenhang mit dem Thema der Sommeruniversität steht,
  • Nachweis sehr guter Deutschkenntnisse (äquivalent zu C1, im Ausnahmefall B2),
  • Kopie des letzten Abschlusszeugnisses.
 
6. Stipendien
 
Deutsche Studierende können sich im Rahmen des Go East- Sommerschulprogramms beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) um ein Stipendium bewerben. Das Stipendium setzt sich zusammen aus Pauschale zur Deckung der Aufenthaltskosten, Reisekostenzuschuss und Kursgebühren.
 
 
Das zweigleisige Bewerbungsverfahren sieht vor, dass Interessenten sich parallel bei der Sommerschule um eine Zulassung und beim DAAD um ein Stipendium bewerben.

 

Drucken PDF Seite weiterempfehlen
Andrássy Universität Budapest | Pollack Mihály tér 3. | H-1088 Budapest | +36 1 266 3101 | uni@andrassyuni.hu | old.andrassyuni.eu
University of National Excellence

TÁMOP-4.1.1-08/2/KMR-2009-011
TÁMOP-4.2.2/B-10/1-2010-0015