D) Beschreibung der laufenden Forschungsprojekte

1.) Der mitteleuropäische Tod

2.) Der 33-Jährige Krieg: Mitteleuropa zwischen 1914 und 1947 (Forschungsgruppe des DK)

3.) K.u.K – Kult und Kitsch: Die Donaumonarchie im Unterhaltungskino

4.) Das Fremde und das Eigene. Ungarn in Eberhard Happels „Der ungarische Kriegsroman“

5.) Konflikte und Konfliktlösungsstrategien im Mitteleuropa des 20. Jahrhunderts (Forschungsgruppe des DK)

6.) Szomszédok – Susjedi – Nachbarn Staat, Nation und Nationalität im politischen Diskurs der Führungseliten Österreichs und Ungarns 1867 bis 1918

7.) Die Kriegswirtschaft Tschechiens, Ungarns und der Slowakei in der Zeit des Zweiten Weltkriegs im Vergleich

8.) System und Systembrüche in Mitteleuropa (Forschungsgruppe des DK)

9.) Reformkonzepte für die Donaumonarchie am Vorabend des Ersten Weltkriegs

10.) Die Entwicklung von Deutschnationalismus und Nationalsozialismus in Verbindung mit evangelischer Kirche und evangelischem Schulwesen im mitteleuropäischen Grenzraum am Fallbeispiel der Familie Beyer (19./20. Jhdt.)

11.) Jüdisches Leben in Deutschwestungarn / Burgenland vom ausgehenden 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts

 



1.) Der mitteleuropäische Tod

Fachbereiche:              Geschichte, Kulturanthropologie (interdisziplinär)

Leitung:                          Dieter A. Binder

Mitarbeiter bisher (ausgeschiedene Mitarbeiter kursiv): Jochen Fühner, Henriett Kovács, Maria Krupka, Vera Hambel, Éva Kósa, Georg Kastner

Projektdauer:               permanenter Forschungsschwerpunkt

abgeschlossene Akademische Arbeiten:

•      Maria Krupka, Totenkult und Begräbnis am Beispiel der polnischen Könige, DA 2005.

•      Vera Hambel, Der „jüdische“ Tod. Jüdisches Bestattungswesen in Budapest und der neologe Friedhof an der Kozma utca als Ort individuellen Erinnerns und kollektiven Gedächtnisses, DA 2005.

•      Éva Kósa: Totenklagen und Totenbrauchtum (Die Erzähltradition der verschiedenen Völker im Karpatenbecken)

laufende akademische Arbeiten:

•      Éva Kósa (1. Jg.): Sterben und Tod in Selbstzeugnissen zum Ersten Weltkrieg, Diss.

Kurzbeschreibung:

Das Projekt stellt das erste interdisziplinäre Forschungsprojekt der Fakultät dar, bei dem versucht wurde postgraduelle Studierende in die aktuelle Forschung einzubinden. Ausgangspunkt waren zunächst die Herrscherbegräbnisse, aus denen neben einer Diplomarbeit auch eine gemeinsame Aufnahme der Inschriften der Bestattungsurnen der Eingeweide der Habsburger im Wiener Stephansdom, hervorgingen. Relativ rasch erfolgte ein Erweiterung durch eine weitere Diplomarbeit, wobei hier mit der jüdischen Begräbnistradition bewusst eine Erweiterung hin zu einer größeren Beobachtungsgruppe gemacht wurde.

Aus der dritten Diplomarbeit (Totenklagen und Totenbrauchtum. Die Erzähltradition der verschiedenen Völker im Karpatenbecken) entstand schließlich ein Dissertationsprojekt, das auch Teil des Forschungsprojekts „Der 33-jährige Krieg ist“. Es ist geplant das Projekt, das sich nunmehr zu einem Forschungsschwerpunkt entwickelt hat, weiterzuführen. Eine Evaluierung und eine daraus möglicherweise erfolgende Präzisierung soll nach Abschluss der laufenden Dissertation, der für Jahresende geplant ist, erfolgen.
 


2.) Der 33-Jährige Krieg: Mitteleuropa zwischen 1914 und 1947 (Forschungsgruppe des DK)

Fachbereiche:              Geschichte, Kulturanthropologie

Leitung:                          Dieter A. Binder, Georg Kastner

Mitarbeiter:                   Dorothea Faes, Nicole-Melanie Goll, Georg Hoffmann, Éva Kósa, Dieter A. Binder, Georg Kastner

Projektdauer:               2010-2012

laufende akademische Arbeiten:

•      Dorothea Faes (1. Jg.): Jüdische Identitäten Mitteleuropas in den Werken von Uriel Birnbaum, Leo Katz und Ernst Weiß,  Diss.

•      Nicole-Melanie Goll (1. Jg.): „... nobel und ritterlich im Kampf, war er gleich einer Gestalt aus der Zeit des Minnesanges und der Turniere...“. Zur Konstruktion des Kriegshelden in der k.u.k. Monarchie am Beispiel des Feldpiloten Hauptmann Godwin von Brumowski, Diss.

•      Georg Hoffmann (1. Jg.): „Fliegerlynchjustiz“. Gesellschaftliche und staatliche Gewaltphänomene im Strategischen Luftkrieg am Beispiel der Verbrechen an abgeschossenen westalliierten Flugzeugbesatzungen im heutigen österreichischen und ungarischen Raum (1943–1945), Diss.

•      Éva Kósa (1. Jg.): Sterben und Tod in Selbstzeugnissen zum Ersten Weltkrieg, Diss.

bisherige Publikationen:

Der in der Endredaktion befindliche Band der Doktorandentagung 2010 enthält Beiträge über erste Forschungsergebnisse.

geplante Publikationen:

Die Dissertationen sollen anschließend an die Approbation in einer die Anregungen der Gutachten berücksichtigenden Form in der neu geschaffenen Schriftenreihe der Fakultät als Einzelbände erscheinen.

Kurzbeschreibung:

Das Projekt bildet den verbindenden Rahmen des ersten Jahrganges des Doktoratskollegs.


3.) K.u.K – Kult und Kitsch: Die Donaumonarchie im Unterhaltungskino

Fachbereiche:              Geschichte, Kulturanthropologie

Leitung:                          Georg Kastner, Anja-Maria Lechner

Projektdauer:               2009-2014

abgeschlossene Akademische Arbeiten:

•      Fabienne Gouverneur: Schwejk und der Nationalitätenkonflikt der Donaumonarchie. Vom gar nicht so braven zum sehr braven Soldaten, DA 2010

•       Sabrina Janßen, Der Fall Oberst Alfred Redl. Eine Filmanalyse, DA 2010

laufende akademische Arbeiten:

•      Anja-Maria Lechner, Maria Theresia im Film, DA

geplante Publikationen:

Sammelband

Kurzbeschreibung:

Im Zuge eines zwanglosen Gesprächs nach einer Fakultätssitzung entstand die Idee, jenes Bild, das der Unterhaltungsfilm von der untergegangenen Donaumonarchie zeichnet, näher zu behandeln. Der passende Titel „K.u.K – Kult und Kitsch“ wurde dabei von Marie Witzmann, einer damals im ersten Jahrgang befindlichen Studentin, spontan vorgeschlagen. Erste Nachforschungen ergaben, dass das Thema bislang noch weitgehend unerforscht ist und zwar sowohl von historischer als auch von filmwissenschaftlicher Seite.

Ziel des Projekt war es damit zu allererst eine möglichst vollständige Liste relevanter Produktionen zu erstellen. Da die bereits getätigten Erhebungen die Erwartungen bei weitem übertrafen, wurde nach dem vorläufigen Abschluss dieser „Filmsuche“ eine Auswahl getroffen, die sich an der Verfügbarkeit orientierte.

Die einzelnen Arbeiten, zu denen auch eine laufende und zwei abgeschlossene Diplomarbeiten gehören, sollen exemplarisch jenes Bild beschreiben, das in den entsprechenden Filmen von der Habsburgmonarchie gezeichnet wird, um schließlich dieses Bild den tatsächlichen Ereignissen oder Gegebenheiten gegenüberzustellen. Weiters soll geklärt werden, in wie weit entsprechende Filme das allgemeine Geschichtsbild in Mitteleuropa geprägt haben (Stichwort Sissy-Mythos).


4.) Das Fremde und das Eigene. Ungarn in Eberhard Happels „Der ungarische Kriegsroman“

Fachbereiche:              Literaturwissenschaft, Kulturanthropologie, Geschichte

Leitung:                         Orsolya Lénárt

Projektdauer:               2011-2013

laufende akademische Arbeiten:

Die Arbeit ist ebenso Teil eines Dissertationsprojektes an der ELTE

Kurzbeschreibung:

Eberhard Werner Happel war einer der eifrigsten Autoren des Spätbarocks. Happel avancierte zur Zeit des Hoch- und Spätbarocks zum Modeautor, wurde aber in den späteren Jahrhunderten nur sporadisch wahrgenommen.

Schwerpunkt des Projekts ist die tief gehende Analyse Happels „Der Ungarische Kriegsroman“, der weder zu seiner Lebenszeit, noch während der späteren Jahrhunderte rezipiert und kanonisiert wurde. Von daher soll diese Arbeit hier eine erste detaillierte Analyse darstellen.

Happels Roman gilt als ein Sonderstück der spätbarocken Romanpoesie, deshalb muss man dieses Werk in seinem literaturhistorischen Kontext untersuchen. Dabei ist es von tragender Bedeutung, die Stellung Happels als Modeautor im zeitgenössischen literarischen Leben zu reflektieren.

Es muss hervorgehoben werden, dass der Roman enzyklopädische Teile beinhaltet, oft fremde Texte integriert und über einen komplizierten Aufbau verfügt. So ist die Bearbeitung der strukturellen Besonderheiten bzw. die Vorstellung der komplexen Erzählstruktur eine wichtige Zielsetzung des Projekts.

Es wird auch angestrebt, eine narrative Analyse durchzuführen. Die Schwerpunkte der Arbeit sind Untersuchung, Vergleich und Trennung faktualer und fiktiver Erzählteile durch Faktualitäts- und Fiktionalitätsmerkmale, wie Raumkenntnisse des Autors, die Zeitgebundenheit, die Figurenkonstellation, die Darstellung der Völker, deren Stereotypen und ihre Wahrnehmung.

Zentrale Forschungsfragen sind daher u.a.:

•      Wie verhält sich Happels Werk zu anderen Romanen der Zeit bzw. zu seinen eigenen Werken?

•      Wie wurde Happel von den Zeitgenossen rezipiert?

•      Zu welcher barocken Romangattung lässt sich sein Werk zuordnen?


5.) Konflikte und Konfliktlösungsstrategien im Mitteleuropa des 20. Jahrhunderts (Forschungsgruppe des DK)

Fachbereiche:              Geschichte, Kulturanthropologie

Leitung:                          Dieter A. Binder, Georg Kastner

Mitarbeiter:                   Tímea Djerdj, Friederike Gollmann, Dieter A. Binder, Georg Kastner

Projektdauer:               2010-2013/14

laufende akademische Arbeiten:

•      Tímea Djerdj (2. Jg.): Festivals zeitgenössischer Musik in Mitteleuropa: Inseln der Freiheit in Strukturen der Macht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Diss.

•      Friederike Gollmann (2. Jg.): Die Wechselwirkung zwischen nationalen und sozialen Spannungen in der untergehenden Habsburgermonarchie am Beispiel der multinationalen Stadt Triest, Diss.

geplante Publikationen:

Die Dissertationen sollen anschließend an die Approbation in einer die Anregungen der Gutachten berücksichtigenden Form in der neu geschaffenen Schriftenreihe der Fakultät als Einzelbände erscheinen.

Kurzbeschreibung:

Das Projekt bildet den verbindenden Rahmen des zweiten Jahrganges des Doktoratskollegs.
 


6.) Szomszédok – Susjedi – Nachbarn Staat, Nation und Nationalität im politischen Diskurs der Führungseliten Österreichs und Ungarns 1867 bis 1918

Fachbereiche:              Geschichte

Leitung:                         Marc Stefan Peters

Projektdauer:               2010-2014

geplante Publikationen:

Sammelband

Kurzbeschreibung:

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bezeichnete das sogenannte „Nationalitätenproblem“ den Kern aller existenziellen Lebensfragen der Donaumonarchie. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Robert A. Kann dieses Problem umfassend untersucht. Und im Jahre 2002 legte Peter Stachel eine Fallstudie zum Thema „Übernationales Gesamtstaatsbewusstsein in der Habsburgermonarchie“ vor. Stachel hielt in dieser Abhandlung expressis verbis fest, „dass die Geschichtswissenschaft die längste Zeit und teilweise bis heute von der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Grundannahme ausging, dass die Nation das eigentliche historische Subjekt sei“.

Die (ethnisch bestimmte) „Nation“ als „eigentliches historisches Subjekt“: Dies ist eines der zentralen Bilder, auf das die Forschung im Rahmen des Projektes „Altes Reich und junge Völker“ Bezug nehmen soll.  Offenkundig ist, dass die Vorstellung von der „Nation“ in der Rolle des „eigentlichen historischen Subjektes“ nicht nur die Geschichtswissenschaft, sondern vor allem auch die politische Diskussion im späten Habsburgerreich nachhaltig geprägt hat.

Konkret soll beleuchtet werden, in welcher Weise sich das Nationalitätenproblem und insbesondere auch das Bild von der „Nation als Subjekt“ auf die gedanklichen Prädispositionen, auf die Denk- und Argumentationsmuster sowie nicht zuletzt auch auf die sprachliche Ausdrucksweise einzelner Vertreter der politischen Führungseliten Österreichs und Ungarns im Zeitraum zwischen 1867 und 1918 ausgewirkt haben.

Ziel des Projektes ist es, fünf typische Elitenvertreter, die zwischen 1867 und 1918 am politischen Diskurs in der Donaumonarchie teilgenommen haben, unter den oben präzisierten Fragestellungen wissenschaftlich zu untersuchen. Die fünf Einzelbeiträge, die von je einem Autor verfasst werden sollten, sind zur Veröffentlichung in einer Gemeinschaftspublikation vorgesehen.


7.) Die Kriegswirtschaft Tschechiens, Ungarns und der Slowakei in der Zeit des Zweiten Weltkriegs im Vergleich

Fachbereiche:              Geschichte

Leitung:                          Richard C. Lein

Projektdauer:               2011-2014

geplante Publikationen:

Monographie

Kurzbeschreibung:

Das geplante Forschungsprojekt setzt sich zum Ziel, durch einen Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung von drei der bedeutendsten Rüstungsunternehmen der genannten Staaten während des Zweiten Weltkriegs zumindest ein Teilgebiet der bisher bestehenden Forschungslücke abzudecken und so die Basis für weitere Untersuchungen zu dieser Thematik zu schaffen. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt dabei für das Reichsprotektorat auf den Pilsener Skoda-Werken, für Ungarn auf dem Budapester Maschinenbaukonzern Ganz & Co. sowie für die Slowakei auf der in Bratislava angesiedelten Filiale von Dynamit Nobel. Folgende grundsätzliche Fragestellungen sollen die Untersuchung leiten:

•      In welchem Maß waren die Unternehmen in den Komplex der deutschen Kriegswirtschaft eingebunden?

•      Welche Quantitäten an Rüstungsmaterial wurden in dem Untersuchungszeitraum von Seiten der Unternehmen für das deutsche Heer bzw. die eigene Armee produziert?

•      War die Versorgung der Unternehmen mit Rohstoffen durchgehend ausreichend oder kam es in Folge von Lieferengpässen zu Produktionsausfällen?

•      Welche Bedeutung hatten die Unternehmen für die Rüstungswirtschaft des Deutschen Reiches bzw. des jeweiligen Nationalstaates?

•      Wie gestalteten sich die Beziehungen zur politischen Umwelt der Unternehmen, also zu den jeweiligen Regierungen und politischen Akteuren?

•      Inwieweit wurde von Seiten staatlicher Behörden bzw. des Besatzungsregimes versucht, Einfluss auf die Produktion zu nehmen?

•      Welche Strukturen können im Bereich der Unternehmensfinanzierung und Unternehmensorganisation festgestellt werden?

•      Wie gestaltete sich die Lage der Arbeiterschaft und inwieweit war diese Zwangsmaßnahmen und Repressalien seitens der Besetzungsmacht ausgesetzt?

•      Inwieweit profitierten die Unternehmen von Zwangsarbeit und Dienstverpflichtung?

Weitere Fragestellungen zu der Thematik werden sich im Zuge des Literatur- und Quellenstudiums ergeben.


8.) System und Systembrüche in Mitteleuropa (Forschungsgruppe des DK)

Fachbereiche:              Geschichte, Kulturanthropologie

Leitung:                          Dieter A. Binder, Georg Kastner

Mitarbeiter:                   Andra Draghiçiu, Maria Fanta, Fabienne Gouverneur, Patrick Jajko, Erika Regner, Dieter A. Binder, Georg Kastner

Projektdauer:               2011-2014

laufende akademische Arbeiten:

•      Andra Draghiçiu (3. Jg.): Underground-Kultur der Jugend im Kommunismus. Rumänien 1974-1989, Diss.

•      Maria Fanta (3. Jg.): Die Arbeiter der Feder – Journalisten in kommunistischen Parteimedien in Österreich und der SBZ/DDR (1945–1956). Eine Analyse ihrer ideologischen und beruflichen Identität, Diss.

•      Fabienne Gouverneur (3. Jg.): Mike Fodor – vergessene Quelle der Mitteleuropaforschung?, Diss.

•      Patrick Jajko (3. Jg.): Kommemorative Toponymie in Budapest und Wien zwischen 1918 und 1922, Diss.

•      Erika Regner (3. Jg.): Die Kulturpolitik Ungarns in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Diss.

geplante Publikationen:

Die Dissertationen sollen anschließend an die Approbation in einer die Anregungen der Gutachten berücksichtigenden Form in der neu geschaffenen Schriftenreihe der Fakultät als Einzelbände erscheinen.

Kurzbeschreibung:

Das Projekt bildet den verbindenden Rahmen des zweiten Jahrganges des Doktoratskollegs.


9.) Reformkonzepte für die Donaumonarchie am Vorabend des Ersten Weltkriegs

Fachbereiche:              Geschichte

Leitung:                         Georg Kastner

Projektdauer:               2010-2015

bisherige Publikationen:

•      Georg Kastner, Der Donauraum als historische Einheit und/oder Zukunftsregion. Das Konzept des Oberstleutnants Alexander Brosch von Aarenau für einen Donaumonarchie am Tag 1 nach Kaiser Franz Joseph. (Beitrag im Jubiläumsband 10 Jahre Andrássy-Universität)

geplante Publikationen:

•      Georg Kastner, Das Österreichbild Erzherzog Thronfolger Franz Ferdinands (Beitrag im Fakultätsband 2012)

•      Georg Kastner, Ideen einer Neuordnung der Habsburgmonarchie (Beitrag im Fakultätsband 2013)

•      Monographie zu den Reformideen Erzherzog Thronfolgers Franz Ferdinands und seines Umfelds

Kurzbeschreibung:

War die Habsburgmonarchie ein „Staat mit Ablaufdatum“ oder gab es vernünftige Reformideen, die letztlich wie tausende Soldaten der Monarchie „am Schlachtfeld gefallen sind“? Damit lässt sich die zentrale Forschungsfrage dieses Projekts umschreiben. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht dabei der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Umgebung, seine Vertrauten, aber auch seine Gegner. So sollen im Zuge des  Forschungsprojektes nicht nur die bekannten Programme, wie jene von Brosch, Eichhoff oder Renner behandelt werden, es soll auch die Haltung einzelner Nationalitätenvertreter gegenüber derartiger Ideen analysiert werden. Dazu sollen die Forschungen mit dem 4. Jahrgang des Doktoratskollegs, der gerade ausgeschrieben ist, kombiniert werden.


10.) Die Entwicklung von Deutschnationalismus und Nationalsozialismus in Verbindung mit evangelischer Kirche und evangelischem Schulwesen im mitteleuropäischen Grenzraum am Fallbeispiel der Familie Beyer (19./20. Jhdt.)

Fachbereich:               Geschichte

Leitung:                        Ursula Mindler

Projektdauer:              2012–2014

Bisherige Publikationen:

•      Grenz-Setzungen im Zusammenleben. Verortungen jüdischer Geschichte in der ungarischen/österreichischen Provinz am Beispiel Oberwart/Felsőőr (= Schriften des Centrums für Jüdische Studien 20). Innsbruck-Wien-Bozen 2011.

•      „Ich hätte viel zu erzählen, aber dazu sage ich nichts…“. Oberwart 1938. Oberwart 2008.

•      NS-Herrschaft: Aspekte politischer Eliten. In: Tagungsbericht des 25. Österreichischen Historikertags, St. Pölten, 2008. St. Pölten 2010, 121–130.

•      Tobias Portschy. Biographie eines Nationalsozialisten. Die Jahre bis 1945 (= Burgenländische Forschungen Bd. 92). Eisenstadt 2006.

Geplante Publikationen: 

Monographie, Aufsätze

Kurzbeschreibung:

Das geplante Forschungsprojekt befasst sich mit der Wechselwirkung von Protestantismus, Deutschnationalismus respektive Nationalsozialismus und familiären Netzwerken in mitteleuropäischen Grenzräumen am Beispiel des burgenländisch-westungarischen Raumes im 19. und 20. Jahrhundert. Exemplarisch wird dieses Thema anhand der Kőszeger Familie des 1. burgenländischen Superintendenten Theophil Beyer sen. (seiner Ehefrau Ida und dem Sohn Theophil jun. sowie weiteren Verwandten) aufgearbeitet, wobei ein reicher und recht gut dokumentierter Quellenbestand für dieses Fallbeispiel vorliegt. Anhand dieses Bestandes können zum einen Verbindungslinien von Protestantismus mit dem ab dem 19. Jhdt. erstarkenden Deutschnationalismus resp. Nationalsozialismus untersucht werden, zum anderen erlaubt er eine Analyse der familiären, beruflichen und sozialen/gesellschaftlichen Netzwerke der  Familie Beyer, die in verschiedenen Orten Ungarns  lebte, ehe sie sich in dem deutschsprachigen, protestantischen Dorf Felsölövő/Oberschützen niederließ. Thematisiert wird insbesondere die Frage der Relevanz von Sprache (Ungarisch, Deutsch), Konfession (evangelisch H.B., evangelisch A.B., römisch-katholisch, jüdisch), Ausbildung (Schultyp, konfessionelle oder öffentliche Schule, Universität), Vereinswesen und „Grenzerfahrung“ im Kontext der Aneignung deutschnationaler bzw. nationalsozialistischer Ideologie.


11.) Jüdisches Leben in Deutschwestungarn / Burgenland vom ausgehenden 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts

Leitung: Ursula Mindler

Projektdauer:  Herbst 2014 - vorauss. 2019

Kursbeschreibung: 
Das Projekt geht der Frage nach jüdischem Leben im ungarisch-österreichischen Grenzgebiet (va. „Deutschwestungarn“, ab 1921 Burgenland) nach. Ein Schwerpunkt wird dabei neben der Analyse antisemitischer Tendenzen auf die Themenkomplexe Vereinsbildungen und Zionismus gelegt.

Partner: Karl Franzens Universität Graz

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