Geschichte

Gebäudeeingang
Die Andrássy Universität Budapest (AUB) wurde im Jahr 2001 als multinationales Gemeinschaftsprojekt der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Ungarn, der Republik Österreich, des Bundeslandes Baden-Württemberg und des Freistaats Bayern gegründet. Die damals bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union war der ausschlaggebende Impuls für die Gründung. Ziel der Universität ist es, Führungskräfte für den auswärtigen Dienst auszubilden.  Damit soll ein Beitrag zum Integrationsprozess des mitteleuropäischen Raumes in die Europäische Union geleistet werden. Am 2. September 2002 öffnete die Andrássy Universität erstmals ihre Türen.
 
Der Namensgeber der Universität, Graf Gyula Andrássy (1823-1890), war Ministerpräsident, Verteidigungsminister und ab 1871 gemeinsamer Außenminister der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Er war ein engagierter Befürworter des Verfassungsstaates und des Parlamentarismus. Als Ministerpräsident beteiligte er sich maßgeblich am Neuaufbau der ungarischen Verwaltung. Schließlich vollzog sich während seiner Amtszeit die Trennung von Verwaltung und Justiz, womit der Grundstein für ein modernes, bürgerliches und parlamentarisches System gelegt werden konnte. Außerdem wurde in dieser Zeit ein für Europa einzigartiges Nationalitätengesetz verabschiedet.
 
Graf Gyula Andrássy setzte sich als Außenminister für gute Beziehungen mit Italien und dem Deutschen Reich ein. Mit diesen Initiativen versuchte er, der außenpolitischen Isolation der Monarchie entgegenzuwirken. Besonders erwähnenswert sind seine außenpolitischen Erfolge auf dem Berliner Kongress von 1878 und der Abschluss eines Grundsatzvertrages mit dem Deutschen Reich.
 
Graf Andrássy war einer der bedeutendsten Diplomaten des 19. Jahrhunderts. Er verstand es, die Verbundenheit zu Ungarn mit dem europäischen Weltbild und Denken in Einklang zu bringen. Die Andrássy Universität Budapest möchte diesen Gedanken vermitteln und stärken und trägt aus diesem Grund seinen Namen.
 

Über das Gebäude

 
Der Auftraggeber
 
Die Andrássy Universität Budapest hat ihr neues Zuhause, das renovierte Festetics Palais, Mitte August 2003 bezogen. Das Gebäude der Universität ist das ehemalige Stadtpalais der Familie Festetics. Der repräsentative Bau steht unter Denkmalschutz und ist unveräußerliches Eigentum des Ungarischen Staates. Das Palais wurde von einem der bedeutendsten Architekten seiner Epoche, Miklós Ybl, 1862-65 erbaut. Auftraggeber für die Bauarbeiten und gleichzeitig auch der Namenspatron war Graf György Festetics II., ein Minister der Regierung unter Graf Gyula Andrássy.
 
Das Palais befindet sich am Pollack Mihály Platz zwischen dem Nationalmuseum und dem Ungarischen Rundfunk.
 
Der Aufbau des Hauses
 
Die Schauplätze der drei grundsätzlichen Funktionen - Repräsentation, Privatleben und Dienerschaft – sind klar voneinander getrennt. Das ehemalige „Herrenappartement“ und die Schlaf- sowie Kinderzimmer wurden im Flügel hin zur Bródy Sándor Straße eingerichtet. Im ersten Stock befinden sich mit Spiegelsaal, Marmorsaal, Festetics-Saal und Andrássy-Saal die repräsentativen Räume. Während die Stallungen ins Erdgeschoss verlegt wurden, standen oben Räumlichkeiten für Personal und Gäste zur Verfügung. Im hinteren Trakt fand der Kutschenraum seinen Platz.
 
Vergangenheit und Gegenwart
 
Das Festetics Palais diente bis zum Tod von Taszilo Festetic im Jahr 1933 als Stadtpalast der Hochadelsfamilie. Danach kaufte es der Ungarische Staat auf. Von 1941 an hatten verschiedene Institutionen im Palais ihren Sitz, darunter das Teleki Pál Institut für Geschichtswissenschaften oder die staatliche Széchenyi Bibliothek. Die repräsentativen Räume dienen auch heute noch für Veranstaltungen und wurden originalgetreu modernisiert. Im Zuge der Modernisierung erhielt das Gebäude zudem zwei Fahrstühle und eine Anlage für Synchrondolmetschen. In den ehemaligen Privat- und Diensträumen wurden Büros und Arbeitszimmer für die Professorenschaft und die Verwaltung der Universität eingerichtet. Die früheren Stallungen sind heute die Universitätsbibliothek. Die Unterrichtsräume sowie ein PC-Raum wurden im alten Dachgeschoss eingerichtet.
 
Im Jahr 2012 fand die festliche Einweihung weiterer neuer Räumlichkeiten der statt. Die ehemaligen Lagerräume im Souterrain und im Obergeschoss wurden, nach erfolgreicher Sanierung, vor allem im Untergeschoss, als Büros und Arbeitsplätze für die Doktorschule, das Donau-Institut und als weitere drei Hörsäle unter der Leitung von Projektkoordinator Johannes Schuler und der Unterstützung des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) sowie der Union Biztosító / Vienna Insurance Group ausgebaut. Die nutzbare Fläche für Lehre und Forschung an der AUB wurde damit um 240 m2 vergrößert.
 
Die Räumlichkeiten des Festetics Palais können auch für Veranstaltungen gemietet werden. Weitere Informationen darüber finden Sie hier.

 

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