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Spezialisierung Verwaltung

LL.M.-Spezialisierung „Internationale und Europäische Verwaltung“

Diese Spezialisierungsrichtung des LL.M.-Studienganges „Vergleichende Staats- und Rechts­wissenschaft“ möchte die Studierenden vor allem auf Tätigkeiten in mitgliedsstaatlichen Behörden mit starkem Europarechtsbezug sowie in europäischen und internationalen Einrichtungen vorbereiten. Sie konzentriert sich daher zum einen auf diejenigen Bereiche des Europarechts, die das Öffentliche Recht betreffen, insbesondere auf das Europäische Verwaltungsrecht. Zum anderen vergleicht sie das Verfassungs- und Verwaltungsrecht ausgesuchter Mitgliedsstaaten. Die Veranstaltungen des Programms lassen sich grund­sätzlich drei Bereichen zuordnen: den Basis- und den Fachmodulen sowie dem Wahlbereich. 

Mit den Lehrveranstaltungen der Basismodule soll eine Grundlage für die spezielle fachspezi­fische Vertiefung bereitet werden. Das Modul „Integration“ möchte ein inhaltliches und methodisches Fundament für die Behandlung diverser Einzelthemen liefern. Schwerpunkt des Moduls „Binnenmarkt“ bildet die Beschäftigung mit den Grundfreiheiten und anderen wichtigen rechtlichen Rahmen­bedingungen des Europäischen Binnenmarktes, welche dann in verschieden Fachver­anstal­tungen aufgegriffen und vertieft wird. 

Die Veranstaltungen des Fachmoduls „Staats- und Verfassungsrecht“ vertiefen den Verfassungsvergleich und behandeln speziell die Fragen des Minderheitenrechts. Der Verfassungsvergleich stellt ausgewählte Rechtsordnungen der Mitgliedstaaten unter dem leitenden Gesichtspunkt des Verfahrens und der Grenzen der weiteren europäischen Integration einander gegenüber. Auch werden die unterschiedlichen Ausprägungen einzelner Verfassungsinstitute wie „Rechtsstaatlichkeit“, „Demokratie“, „Menschenwürde“ vor der Frage gemeineuropäischer Werte verglichen. Das Staatsangehörigkeits-, Fremden- und Minderheitenrecht ist ein Beispiel dafür, wie die Probleme von Einheit und Vielfalt in der Europäischen Union, der Inklusion und der Exklusion innerhalb ausgewählter Mitgliedstaaten gelöst werden. Dabei werden sowohl die staats- und verwaltungsrechtlichen Regelungen als auch die Bezüge zum Völker- und Europarecht berücksichtigt. 

Auch das Fachmodul „Verwaltungsrecht“ besteht aus systematischen, rechtsvergleichenden und sozialwissenschaftlichen Teilen. Im Zentrum steht das „Europäische Verwaltungsrecht“. Hier wird zunächst die Systematik des Europäischen Verwaltungsrechts mit den Rechtsgrundlagen der Europäischen Verwaltung, der Verwaltungsorganisation und dem Verwaltungsverfahren sowie den Verfahrensprinzipien dargestellt. Da die Hauptlast der Verwaltung des Europarechts von den Mitgliedstaaten getragen wird, bedarf es auch hier eines exemplarischen Vergleichs der Verwaltungsrechtsordnungen einzelner Mitgliedstaaten. Dies wird schwerpunktmäßig für einige osteuropäische Staaten noch vertieft. Ausgewählte Referenzgebiete des Besonderen Europäischen Verwaltungsrechts werden vorgestellt. Wie funktioniert jedoch Verwaltung tatsächlich? Wie ist ihre Organisation sinnvoll aufgebaut? Wie trifft sie ihre Entscheidung. Das sind die behandelten Fragen der Europäischen Verwaltungswissenschaft. 

Das Fachmodul „Völkerrecht“ bietet Veranstaltungen zum „Recht der Internationalen Organisationen“, zum europäischen Menschenrechtsschutz und zur „Geschichte des Völkerrechts und der internationalen Beziehungen“. Es werden die Aufgaben, Struktur und Funktionsweise wichtiger Internationaler Organisationen wie der Vereinten Nationen, der OSZE, der NATO, des Europarats und im Rahmen der NGO etwa des IKRK untersucht. Die Grundrechtsordnungen sowohl der EU als auch der europäischen Staaten werden maßgeblich von der Europäischen Menschenrechtskonvention EMRK überformt und geprägt. Staats- und verwaltungsrechtliche Regelungen müssen sich an der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte EGMR messen lassen, weshalb sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit einigen „leading cases“ aufdrängt. Schließlich kann die Geschichte der diversen völkerrechtlichen Institutionen und Organisationen im Rahmen einer eigenen historischen Veranstaltung vertieft werden. 

Innerhalb sämtlicher Basis- und Fachmodule bestehen Wahlmöglichkeiten. Hinzu kommt ein umfangreicher Wahlbereich, in dem die Studierenden beim Er­werb der Kredit­punkte völlig frei sind. Sie können hier weitere Kreditpunkte in den Basismodulen oder in den Fach­modulen ihrer Spezialisierung erwerben und auf diese Weise die gewählte Spezialisierung noch deut­licher ausprägen. Sie können aber Ihre Profilierung auch gezielt abrunden bzw. individualisieren, indem Sie Fachveranstaltungen der anderen Spezialisie­rungs­richtung besuchen sowie Wahlveranstaltungen der Fakultät für Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften oder auch Kurse aus dem Angebot anderer Fakultäten. 

Bei der Zusammenstellung der im Rahmen der Spezialisierungsrichtung „Internationale und Europäische Verwaltung“ angebotenen Veranstaltungen kann es im Verlauf der Studienjahre zu geringfügigen Modifikationen kommen. Unten finden Sie einen Überblick über die Veranstaltungen. Kurzbeschreibungen der einzelnen Lehrveranstaltungen stehen Ihnen unter „Vorlesungsverzeichnis“ zur Verfügung. 

Internationale und Europäische Verwaltung

(Studienjahr 2013/2014)

Basismodule                                                                                                             min. 15 Kredits

Integration                                                                                                                      min. 6 Kredits

Das politische System der EU (Vorlesung, 2 SWS,  WS) – 3 Kredits

Methodik der Rechtsvergleichung (Vorlesung,   2 SWS, WS) – 3 Kredits

Einführung in das ungarische Recht (Vorlesung, 2 SWS, WS) – 3 Kredits

Binnenmarkt                                                                                                                     min. 9 Kredits

Europäische Konstitutionalisierung (Vorlesung, 2 SWS, WS) - 3 Kredits

Recht des Europäischen Binnenmarkts (Vorlesung, 3 SWS, WS) – 5 Kredits

Konrad-Adenauer-Vorlesung zum Europarecht (Vorlesung,   2 SWS, WS) – 3 Kredits

Europäisches Wettbewerbsrecht (Vorlesung,   2 SWS, SS) – 3 Kredits

Vergleichendes und Europäisches Arbeitsrecht(Vorlesung,   2 SWS, WS) – 3 Kredits

Fachmodule                                                                                                               min. 24  Kredits

Staats- und Verfassungsrecht                                                                                     min. 9 Kredits

Vergl. Staats- und Verfassungsrecht I (Vorlesung, 2 SWS, WS) – 3 Kredits

Vergl. Staats- und Verfassungsrecht II(Vorlesung, 2 SWS, SS) – 3 Kredits

Staatsangehörigkeits-, Fremden- und Minderheitenrecht(Vorlesung, 2 SWS, WS) – 3 Kredits

Menschenrechte / EMRK (Vorlesung, 2 SWS, WS) - 3 Kredits

 

Verwaltungsrecht                                                                                                           min. 9 Kredits

Europäisches Verwaltungsrecht I(Vorlesung, 2 SWS, WS) – 3 Kredits

Europäisches Verwaltungsrecht II(Vorlesung, 2 SWS, SS) – 3 Kredits

Vergleich der Verwaltungssysteme ostmitteleuropäischer Staaten(Vorlesung, 2 SWS, SS) – 3 Kredits

Europäisches Regulierungsrecht (Vorlesung, 2 SWS, SS) - 3 Kredits

Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Verwaltung                                                         min. 6 Kredits

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit (Seminar, 2 SWS, WS) - 4 Kredits

Individuum, Gesellschaft, Amt (Vorlesung, 2 SWS, WS) - 3 Kredits

Europäische Verwaltungswissenschaft (Vorlesung, 2 SWS, SS) - 4 Kredits

Magisterarbeit(einschließlich Magisterseminar) – 10 Kredits

Juristischer Wahlbereich                                                                                          min. 3 Kredits

Brüssel-Exkursion (Exkursionsveranstaltung WS) – 3 Kredits

Europäische Rechts- und Staatsphilosophie (Vorlesung, 2 SWS, WS oder SS) – 3 Kredits

Europäische Gerichts- und Prozesskultur(Vorlesung, 2 SWS, WS) – 3 Kredits

Vergleich der Justizsysteme (Vorlesung, 2 SWS, SS) – 3 Kredits

Fachveranstaltungen der Spezialisierungsrichtung „Internationales Unternehmensrecht: Schwerpunkt Osteuropa“


 

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